

Szenenbild, Festival Kammermusik Bodensee 2026 «Inspirationen», 30.08.2026
Festival Kammermusik Bodensee
28. bis 30. August 2026
Inspirationen
Lilienberg Ermatingen
hier geht es zum Festivalprogramm 2026 als PDF









Inspirierende Kammermusik und Dialog der Generationen
Das Festival Kammermusik Bodensee 2026 begeisterte mit Entdeckungen
Unter dem Motto «Inspirationen» waren beim Festival Kammermusik Bodensee vom 28. bis 30. August auf dem Lilienberg begeisternde Werke zu erleben, interpretiert in einem inspirierenden Dialog von jungen und erfahrenen Musikerinnen und Musikern.
«Besonders beeindruckt hat mich die spürbare Freude und Begeisterung der Musikerinnen und Musiker. Man hatte das Gefühl, dass sie nicht einfach ein Programm aufführen, sondern diese Musik wirklich gemeinsam leben und geniessen – und diese Freude hat sich unmittelbar auf das Publikum übertragen.» So äusserte sich Konzertbesucher Thomas Bächer nach dem Schlusskonzert und beschrieb damit äusserst treffend die Atmosphäre des ganzen Festivals.
Auf dem Lilienberg werden seit jeher Dialog und Austausch gepflegt und gefördert. Es passte darum besonders gut zur Jubiläumsausgabe des Festivals Kammermusik Bodensee, das seit 10 Jahren auf dem Lilienberg stattfindet, dass der bereichernde musikalische Dialog und der Austausch zwischen den Generationen diesmal besonders intensiv zelebriert wurde und zu beglückenden Konzerterlebnissen führte.
So inspirierte der Wiener Pianist Claus-Christian Schuster im Workshop für Kammermusik vier junge Ensembles mit seinem riesigen Erfahrungsschatz und Wissen. In der Matinee am Sonntagmorgen überzeugte dann das subtile Zusammenspiel des Duos Arnaud-Bernadó in Beethovens C-Dur-Cellosonate genauso wie die unterschwellige Leidenschaft in Schumanns a-Moll Violinsonate mit dem Duo Liora. Das Trio Niva liess mit seinem expressiven Spiel in Paul Juons zweitem Trio «Caprice» ebenso aufhorchen, wie das blutjunge Trio der Geschwister Pilgram mit seiner innigen Interpretation von Schostakowitschs frühem Trio op. 8.
Am Freitag und Samstag war mit dem ensemble fokus ein weiteres junges Bläserquintett zu Gast, das 2023 zu den Gewinnerensembles des I. Kammermusikwettbewerbs Paul Juon gehörte. Der Künstlerische Leiter Martin Lucas Staub, damals in der Jury des Wettbewerbs, gesellte sich im Eröffnungskonzert in Beethovens Klavierquintett op. 16 nun in kollegialem Zusammenspiel zu diesem Ensemble. Die Freude über dieses Zusammenwirken wurde sicht- und hörbar in einer lebendigen und farbenreichen Aufführung. Von Wien aus führte die Reise mit den ersten vier der Stücke op. 83 von Max Bruch nach Berlin. Die Geigerin Angela Golubeva und die Bratschistin Nora Romanoff Schwarzberg zusammen mit Martin Lucas Staub verliehen diesen Charakterstücken viel Klangzauber und Brillanz. Zusammen mit dem Cellisten Mattia Zappa spielten die drei nach der Pause Gabriel Faurés leidenschaftliches Klavierquartett op. 15, komponiert in Paris. Das Quartett zeigte in beeindruckender Manier die neue Eigenständigkeit der französischen Kammermusik.
Dass die Meister der Oper Rossini und Glinka auch grossartige Kammermusik geschrieben haben, bewies das Samstagskonzert. Flötistin Sarah-Maria Schmid interpretierte zum Auftakt Rossinis Flötenquartett in G-Dur mit verspielter Leichtigkeit, während Glinkas «Gran Sestetto», entstanden während eines Italienaufenthaltes und eine Hommage an den Belcanto, den umjubelten Schlusspunkt setzte. Die fünf Streicher spielen sich hier gegenseitig wunderschöne Melodien wie Opernarien zu, umspielt und getragen von einem hochvirtuosen Klaviersatz, den die Pianistin Kateryna Tereshchenko souverän bewältigte. Dazwischen spielte sie zusammen mit dem ensemble fokus das Divertimento op. 51 von Paul Juon, dem Bündner Komponisten mit russischen Wurzeln, die auch in diesem Werk immer wieder hörbar werden. Verspielt und zuweilen exzentrisch klangen die «Trois Pièces Brèves» für Bläserquintett von Jacques Ibert.
Am Sonntag führte das «Trio sur des mélodies populaires irlandaises» des Genfer Komponisten Frank Martin mit eigenwilligen rhythmischen und harmonischen Verwicklungen in die Welt der irischen Volksmusik, virtuos dargeboten vom Schweizer Klaviertrio. Ganz anders klingt das Trio op. 101 von Johannes Brahms, entstanden während eines Sommeraufenthaltes am Thunersee. Die mächtigen Klangwirkungen sind inspiriert von der eindrücklichen Gebirgslandschaft des Berner Oberlandes. Eine Überraschung erwartete das Publikum mit dem Duetto für Cello und Kontrabass von Rossini, brillant gespielt von Franz Ortner und Josef Gilgenreiner. Mit fast schon bestürzender Emotionalität schloss das Festival dann mit dem Klavierquintett op. 16 von Hermann Goetz, einem romantischen Komponisten aus Königsberg, der als Organist in Winterthur wirkte und, schon viel zu früh von seiner tödlichen Krankheit gezeichnet, mit diesem Werk sein musikalisches Vermächtnis schuf. Nochmals der Konzertbesucher Thomas Bächer: «Das Klavierquintett von Hermann Goetz zum Abschluss war für mich nochmals eine ganz besondere Entdeckung und ein grossartiger Abschluss des Abends.»
Vom Publikum sehr geschätzt wurden auch die Werkeinführungen des Künstlerischen Leiters Martin Lucas Staub, der in lockerer Art Hintergründe zu den Werken und Komponisten vermittelte. Am Ende konnte Geschäftsleiter Roland Meier auf ein reichhaltiges Festival mit viel jugendlicher Energie, einem zahlreichen und freudig mitgehenden Publikum und einer auch im Jubiläumsjahr hervorragenden Zusammenarbeit mit dem Lilienberg zurückblicken.
Das Festival Kammermusik Bodensee ist zurück auf dem Lilienberg
vom 27. – 29. August 2027 - Save the date!









